Rigondeaux vs. Flores und Ward vs. Kovalev – Eine Nachbetrachtung von Ebby Thust In der gestrigen Nacht fanden im Mekka des Boxens in Las Vegas gleich zwei 5 Stars-Fights statt. 5 Stars ist die höchste Auszeichnung die die unabhängige Weltrangliste Boxrec.com für einen Kampf gibt. Im Mandelay Bay Hotel zu Las Vegas standen sich einer der besten pound4pound Boxer der Welt, der ungeschlagene Doppel-Olympiasieger und mehrfach Weltmeister Guillermo Rigondeaux (17-0-0) und der in 25 Kämpfen ungeschlagene Superbantamgewichts-Weltmeister Moises Flores (25-0-0) im Kampf um den Titel eines Super-Champions der WBA gegenüber. In der ersten Runde trieb der als Außenseiter eingestufte Flores den hohen, als unschlagbar geltenden Favoriten Rigo „El Chacal“  Rigondeaux durch den Ring und es sah ganz so aus als würde Flores diese erste Runde gewinnen. Erst am Ende der Runde kamen einige – aber sehr unsaubere Aktionen – von Rigo, der den Kopf von Flores mit einer Hand festhielt und mit der anderen Hand schlug. Ein klarer Regelverstoß! Dann kam der Gong der die 1. Runde beendete und klar nach dem Gong traf Rigondeaux Flores mit einem fürchterlichen Aufwärtshaken ans Kinn und schickte diesen weit über die Zeit zu Boden. Nun kam es zu einem Szenario wie ich es nach einem Kampf und vor einer anstehenden Entscheidung noch niemals gesehen habe. Der Ringrichter verließ vor der Urteilsverkündung den Ring und begab sich zum Tisch des Delegierten. Hier sah man sich zusammen mit mehreren Offiziellen und „wichtigen“ Leuten die KO-Szene immer wieder an. Interessant war, dass alle TV-Zuschauer durch das immer noch eingeschaltete Mikrofon am Hemdkragen des Referees jedes Wort mithören konnten. Die ersten Stimmen, zu denen auch der Ringrichter gehörte,  voteten für ein klares Nachschlagen nach dem Gong und sprachen von einem Foul und einer Disqualifikation. Aber es war dann immer mehr herauszuhören, dass einige dieser „wichtigen“ Leute wohl lieber Rigo als Sieger sehen wollten. Darauf schien sich dann auch der Ringrichter einzulassen, der dann – für alle gut hörbar – von einem No Contest sprach, also einem Kampf ohne Entscheidung. Doch dann kam ein Anruf an das am Ring stehende Telefon und ich glaube jetzt noch, dass dieser Anruf direkt aus dem Himmel kam. Ein kurzes Nicken des Herrn mit dem Telefonhörer in der Hand, ein „ins Ohr Flüstern“ zum Ringrichter, der jetzt nach einer gefühlten Ewigkeit wieder zurück in den Ring fand und dann verkündete Micheal Buffer das Urteil: „Sieger durch KO, nach 3:00 Minuten in der ersten Runde und damit Super Weltmeister der WBA im Superbantamgewicht, Guillermo Rigondeaux! Da hat dann wohl der gewonnen mit dem am meisten Geld zu verdienen ist. Allerdings bin ich der Meinung, dass Rigondeaux in jedem anderen Ring der Welt disqualifiziert worden wäre. Dann gab es einen weiteren Kampf der ebenfalls mit einem absolut kontroversen Urteil endete: In einem Revanche-Fight um die WM Titel der WBA (Super Champion), WBO und IBF standen sich in einem Revanchekampf der ungeschlagene Titelverteidiger Andre „Son of God“ Ward (31-0-0) und der Russe Sergey „Krusher“ Kovalev (30-1-0) gegenüber. Nach einem ziemlich ausgeglichenen Kampf näherte sich das Gefecht dem Ende der 8. Runde, dann schlug der Titelverteidiger Ward Kovalev vorsätzlich und sicher völlig bewusst und gewollt gleich drei Mal hintereinander mit voller Wucht in dessen Allerheiligstes. Es war für alle Zuschauer klar ersichtlich drei Mal ein Tiefschlag. Kovalev knickte vor Schmerzen ein wie ein Klappmesser, was dann Ringrichter Tony Weeks dazu veranlasste, ohne auch nur ein Anzählen dazwischen zu springen und den Kampf zugunsten von Ward abzubrechen. Der amerikanische TV-Sender zeigte dann nach dem Kampf noch einmal in mehreren Super-Slow-Motions klar erkennbar, dass es sich hier bei allen drei Schlägen die zum Abbruch des Kampfes führten um regelwidrige Tiefschläge handelte. Auch hier behaupte ich, dass in jedem anderen Ring außerhalb Amerikas diese unfairen Fouls zur Disqualifikation des Weltmeisters geführt hätte. Nicht so in Las Vegas. Mit dieser Regelauslegung eines Heimschiedsrichters bleibt „Gottes Sohn“ wohl noch bis zum Ende seiner Laufbahn auch weiterhin ungeschöagen. „Only in America“ wie schon der alte Don King sagte. Hier kann man die Diskussionen vor dem Urteil mitverfolgen: Man sollte sich unbedingt die Diskussionen anhören die die TV-Zuschauer wegen des angeschalteten Mikrofon des Ringrichters mithören konnten. So viel dazu, dass ein Ringrichter „unbeeinflusst“ und „eigenständig“ entscheiden muss.   Das hier war einer der anderen Tiefschlägen während des Kampfes wo der Ringrichter genau daneben stand und signalisierte, dass Kovalv simulieren würde. Einfach nur peinlich:
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